Diskurs-ethische Auseinandersetzung im Forumtheater

Diskurs-Ethik bei Jürgen Habermas:

Die fehlende gemeinsame moralische Grundlage in der nach-religiösen Gesellschaft wird durch Auseinandersetzungen immer wieder neu hergestellt.


Auch die griechische Gesellschaft hatte dazu schon Theater verwendet:
Im Dilemma der HeldInnen wurde die Priorität der moralischen Prinzipien erörtert:
Soll Antigone dem König gehorchen oder dem eigenen Gewissen, den Bruder zu beerdigen?


Forumtheater stellt die Dilemma unserer Teilnehmenden auf die Bühne:


Habermas unterscheidet moralische Richtigkeit von theoretischer Wahrheit. Eine Norm erhebt Anspruch auf Gültigkeit
„auch unabhängig davon, ob sie verkündet und in dieser oder jener Weise in Anspruch genommen wird“.[50]
Im Gegensatz dazu besteht ein Wahrheitsanspruch niemals unabhängig von der Behauptung, in der er formuliert wird.
Zu den Forum-Szenen gehört die abschließende Einordnung der verschiedenen Spiel-Lösungen im Gespräch des Joker mit dem Publikum.

Jeder argumentative Sprechakt impliziert vier Geltungsansprüche
  • auf Wahrheit
  • auf Wahrhaftigkeit
  • auf normative Richtigkeit
  • auf Verständlichkeit der Aussage

Damit Diskurspartner diese Ansprüche gegeneinander erheben können, ist vorausgesetzt:
  • Argumente werden erst genommen; das stärkere Argument zählt
  • Alle rational gestützten Ansprüche aller Glieder der Kommunikationsgemeinschaft, auch künftiger,zählen;
  • Eigene Ansprüche können ausschließlich durch Argumente gerechtfertigt werden;
  • Diskurspartner unterstellen sich wechselseitigWahrhaftigkeit
Erfüllt sind diese Voraussetzungen nur in einer idealen Kommunikationsgemeinschaft.

Nach Jürgen Habermas werden folgende Bereiche angesprochen:
  • Strategisches und kommunikatives Handeln
  • Lebenswelt
  • Universalisierungsprinzip
  • Diskursvoraussetzungen
  • Gesellschaft
  • Das Begründungsproblem
...
Diskursvoraussetzungen:
Sie umfassen drei Ebenen:
1. Die logische Ebene der Produkte
2. Die dialektische Ebene der Prozeduren
3. Die rhetorische Ebene der Prozesse


Die Diskursehtik akzeptiert das als Norm, was den allgemeinen Konsens der möglicherweise Betroffenen finden könnte.